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The exterior of a plant is only half of its reality. (Johann Wolfgang von Goethe)

Bärlauchzeit – Ratezeit?!

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Bärlauch - Quelle: Pixabay

Bärlauch – Quelle: Pixabay

Kaum beginnt die Bärlauchsaison, fängt auch das Herumraten, woran man den Bärlauch von seinen giftigen Doppelgängern unterscheiden kann an. Es gibt einige unsichere Merkmale, auf die man sich nicht verlassen sollte – einige Merkmale sind jedoch nur beim Bärlauch zu finden. Wichtig bei der Bestimmung des Bärlauch ist, dass man sich NICHT nur auf ein Merkmal verlässt, sondern mehrere Merkmale vorhanden sein müssen.

 

Merkmal 1 :

Der Geruch ist das unsicherste Merkmal des Bärlauchs. Darauf kann man sich lediglich beim Pflücken des ERSTEN Blattes verlassen. Nach ein paar Blättern riecht jedoch alles nach Knoblauch, da der Geruch bereits an den Fingern anhaftet und (erfahrene Bärlauchsammler wissen das sicher) sich nicht so schnell wieder abwaschen lässt.

Merkmal 2:

Es wäschst immer nur ein Blatt aus der Zwiebel, ist ebenfalls nicht zuverlässig, vielfach sogar falsch. In der Regel treibt eine Zwiebel zwar nur ein Blatt, jedoch kommt es nicht selten vor, dass aus einer Zwiebel zwei oder mehr Blätter treiben. Bereits frühe botanische Illustrationen zeigen den Bärlauch mit zwei Blättern bei einer Zwiebel.

Bärlauch – Quelle: Wikipedia

Merkmal 3:

Der Standort ist ebenfalls kein sicheres Merkmal, ob es sich um Bärlauch handelt, allerdings ein Indiz dafür. Bevorzugt breitet sich der Bärlauch in lichten Auwäldern aus und mag feuchte nährstoffreiche Böden. Das Problem ist, dass viele der giftigen Pflanzen, mit denen der Bärlauch gerne verwechselt wird, ebenfalls solche Standorte bevorzugen. Die Wahrscheinlichkeit auf einen giftigen Doppelgänger zu treffen liegt bei 100% – wer behauptet in seinem Sammelgebiet würde kein giftiger Doppelgänger wachsen, hat ihn bisher noch nicht gefunden! Grundsätzlich gilt daher immer jedes EINZELNE Blatt doppelt zu kontrollieren und jene Blätter zu entfernen, bei denen man sich nicht zu 100% sicher ist, dass es sich um Bärlauch handelt.

Merkmal 4:

Die Farbe der Blätter ist bereits ein sehr sicheres Merkmal beim Bärlauch. Das Blatt des Bärlauchs ist elliptisch-lanzettlich und flach. Besonders hervorstechend ist jedoch, dass die Oberseite des Blattes ein sehr kräftiges Grün besitzt, während die Unterseite eher ein mattes Grün mit leichtem grauen Schimmer hat.

Merkmal 5:

Der Stängel ist jenes Merkmal, an dem man Bärlauch sicher erkennen kann. Der kantige Stängel ist nicht mit anderen giftigen Doppelgängern verwechselbar. Der Stängel des Maiglöckchens ist rund, während auch der Querschnitt der Herbstzeitlose eine länglichen Stängel aufweist. Vielfach sieht man auf den Märkten oder auch in Supermärkten, das ein Bärlauch angeboten wird, bei dem die Stängel fehlen. Besonders zeitig im Frühjahr sieht man Bärlauch ohne Stängel – vielfach auch weil er gerade aus dem Boden kommt und der Stängel noch nicht richtig zu sehen ist. Derartige Ware zu verkaufen ist unverantwortlich und kann sogar lebensgefährlich sein, denn weder der Pflücker des Bärlauchs, noch der Konsument kann überprüfen, ob es sich tatsächlich um Bärlauch handelt. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade in diesem Stadium die Verwechslungsgefahr mit giftigen Doppelgängern am größten ist, da diese ebenfalls mit ihren ersten Blättern aus den Boden kommen und noch kein Stängel zu sehen ist – später sind die Unterschiede zwischen den Blättern der Giftpflanzen jedoch deutlich erkennbar. Wer deshalb kein unnötiges Risiko eingehen will, sollte lediglich Bärlauch mit Stängel kaufen – auch der Stängel lässt sich verkochen und schmeckt ebenfalls hervorragend!

Tipp: Macht euch in eurem Bärlauch-Sammelgebiet einmal bewusst NICHT auf die Suche nach Bärlauch, sondern nach den giftigen Doppelgängern, dies hilft auch die Unterschiede besser zu erkennen.

Giftige Doppelgänger von Bärlauch:

Gefleckter Aronstab

Herbstzeitlose

Echtes Salomonssiegel

Vielblütige Weißwurz

Maiglöckchen

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