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Tinktur – Urtinktur – Essenz – Wo liegen die Unterschiede?

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Immer wieder gibt es Unklarheiten zwischen Tinktur, Urtinktur und Essenz. In der Kräuterkunde werden überwiegend Tinkturen hergestellt, wobei auch eine Abweichung in der ursprünglichen Herstellung Anwendung findet.

Tinktur

Die Tinktur ist in der Kräuterkunde ein Extrakt, dass mittels Mazeration aus pflanzlichen Grundstoffen gewonnen wird, bezeichnet. Als Extraktionsmittel wird ein Alkohol von mindestens 35% verwendet. Laut Deutschem Arzneibuch werden grundsätzlich in Apotheken nur getrocknete Kräuter mazeriert. Eine Tinktur kann aber auch aus frischen Kräutern hergestellt werden.

Urtinktur

Der Begriff Urtinktur kommt aus der Homöopathie und steht für unterschiedliche flüssige Zubereitungen. Dies kann beispielsweise ein pflanzlicher Presssaft gemischt mit Alkohol sein oder ein Auszug. Bei der Herstellung eines Auszuges kommen unterschiedliche Verfahren zur Anwendung. Angewendet wird ebenfalls eine alkoholische Mazeration, daneben werden Urtinkturen mittels Fermentation oder Abkochung gewonnen. Die Ausgangsstoffe können wahlweise frisch oder getrocknet sein.

Essenz

Bei Essenzen muss es sich nicht zwingend um eine Flüssigkeit handeln. In der Kräuterkunde wird Essenz jedoch oft mit alkoholischen Auszügen gleich gestellt, was nicht korrekt ist. Eine Essenz ist eine durch unterschiedliche Verfahren herbeigeführte Konzentration. Dies kann in Zusammenhang mit Flüssigkeiten beispielsweise durch Einkochen oder Destillieren passieren. Das reduzierte Endergebnis ist die Essenz. Im erweiterten Sinne ist ein gewonnener Alkohol ebenfalls eine Essenz. Im Vergleich zu den anderen beiden Methoden wird bei Essenzen immer reduziert, was eine erhöhte Konzentration zum Ergebnis hat.

Was ist die richtige Wahl?

Dies bleibt jedem selbst überlassen. Wer eine Tinktur streng nach Vorgabe erstellen möchte, darf nur getrocknete Kräuter verwenden. Wer frische Kräuter benutzt, bereitet nach Definition eine Urtinktur zu. Würde eine Tinktur oder Urtinktur wieder eingekocht oder nochmals destilliert, wäre es eine Essenz.

Wie stelle ich eine Tinktur aus Alkohol her?

Zutaten:

  • Kräuter (getrocknet oder frisch)
  • Alkohol (35-98%)
  • Schere oder Mörser

Zubereitung:

Getrocknete Kräuter im Mörser zerkleinern, frische Kräuter mit der Schere klein schneiden. Anschließend alles in ein Glas geben, mit Alkohol aufgießen und verschließen.

Mindestens zwei Wochen an einem dunklen und kühlen Ort stehen lassen – je länger umso besser! Hochwirksame Tinkturen haben eine Mazerationszeit von mehreren Jahren.

Nach der Mazerationszeit kann die Tinktur mit Wasser verdünnt werden, um den Alkoholgehalt für die orale Aufnahme zu reduzieren.

Tipp: Wird eine Tinktur aus Wurzeln hergestellt, diese möglichst klein schneiden und immer 98%igen Alkohol verwenden.

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3 Kommentare

  1. Conny März 30, 2018

    Gut verständlich. Habe mich gleich ausgekannt. Danke!

  2. Klaus März 10, 2019

    Klar, logisch und damit verständlich erklärt. Vielen Dank!
    Frage: Gibt es qualitative Unterschiede zwischen einer Tinktur und einem Destillat im Hinblick auf die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe und dem Aroma?

    • LiveGreen April 12, 2019 — Autor der Seiten

      Ja es gibt Unterschiede. Nicht jeder Inhaltsstoff ist in Alkohol löslich. Das Destillat ist ein eigener Bereich im Vergleich zu den beschriebenen Verfahren handelt es sich dabei um keinen Auszug, sondern um ein thermisches Trennverfahren bei dem wiederum Flüssigkeiten gewonnen werden können – im Kontext mit Kräutern nennt man das Destillat meist Hydrolat.

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