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The exterior of a plant is only half of its reality. (Johann Wolfgang von Goethe)

Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt

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Am 15. August ist ‪#‎MariaHimmelfahrt‬ und an diesem Tag ist es Tradition einen ‪#‎Kräuterbuschen‬ weihen zu lassen. Die gebunden Büschel duften und sehen nicht nur gut aus, sie waren ursprünglich eine Art Apotheke für den Winter.
Welche Kräuter teil des Kräuterbuschens sind, ist von Region zu Region unterschiedlich so wie auch die Anzahl der verschiedenen ‪#‎Kräuter‬. Ein Kräuterbuschen sollte jedoch immer eine bestimmte Anzahl an verschiedenen Kräutern enthalten (je mehr verschiedene Kräuter in einer Region zu finden waren, desto höher war diese Zahl), wobei die Zahl ebenfalls eine magische Bedeutung hatte und an den katholischen Glauben angelehnt ist. Kleine Buschen bestehen aus sieben verschiedenen Kräutern, was an die sieben Tage der Schöpfungsgeschichte angelehnt ist. Buschen mit neunen Kräutern sind an die Dreifaltigkeit angelehnt (dreimal drei) und zwölf Kräuter stehen für die zwölf Apostel. 14 Kräuter entsprechen den 14 Nothelfern, die 24 steht für die zwölf Stämme Israels plus die 12 Apostel, ähnlich wie die 72 für sechs mal der Anzahl der Apostel steht. In Gegenden, die mit besonders vielen Kräutern gesegnet waren, fanden sich in den Kräuterbuschen sogar 99 verschiedene Kräuter.


Wer für die ‪#‎Kräuterweihe‬ selbst einen Kräuterbuschen binden möchte, der muss sich erstmals auf die Suche nach Kräutern machen. Gesammelt werden Kräuter die in der Umgebung wachsen und zur Zeit in der Blüte stehen. Sollten sich nur wenige Kräuter finden (etwa nur sieben verschiedene), kann durchaus mehrmals die gleiche Pflanze genommen werden, um ein schönes und fülliges ‪#‎Kräuterbüschel‬ zu bekommen. Zusammengebunden wird das Büschel mit einem Stoffband, wer möchte kann es vorher noch mit einem Gummiband fixieren, damit es beim Trocknen nicht auseinander fällt.
Nach der Weihe wurde der Kräuterbuschen üblicherweise im „Herrgottswinkel“ aufgehängt und bei Bedarf wurden Kräuter aus dem Buschen genommen. Dies konnte bei Krankheiten sein, wo die Kräuter für einen Tee verwendet wurden oder man sie auch verräucherte. Während der Rauhnächte war es ebenfalls Brauch etwas vom Kräuterbüschel zu verräuchern. Selbst den Tieren wurde früher die Kräuter aus dem Büschel unter das Futter gemischt. Heute wird der Kräuterbuschen etwas pragmatischer verwendet, meist als Dekoration, aromatische Büschel können aber durchaus auch als Kräutersalz verarbeitet werden.

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